Projektwoche Afrika

„Zu Gast in Afrika“

Unter diesem Motto stand eine ganze Schulwoche in Unterböhringen. Der „normale“ Unterrichtsalltag
wurde aufgebrochen. Kein Schüler saß mehr an seinem Platz. Kleingruppen, gemischt aus verschiedenen 
Klassenstufen breiteten sich im ganzen Schulhaus aus, arbeiteten an Computern, surften im Internet,
bastelten afrikanischen Tischschmuck und stellten verschiedene Instrumente her.

Erstklässler und Viertklässler basteln gemeinsam Regenrohre Regenrohre beim Trocknen

Filmmaterial, Powerpoint-Präsentation und Geschichten aus Afrika und über den afrikanischen Kontinent
ließen faszinierte und zugleich betroffene Kinder zurück.
Musik, Lieder und Rhythmen aus einer anderen Welt forderten zum Mitmachen auf.

Powerpoint-Präsentation Freude beim Bewegungsspiel in der Aula

Höhepunkt der Projektwoche „Afrika“ war der Besuch des ehrenamtlichen Kulturbotschafters Kobna Anan
aus Ghana mit seiner Frau Mansa. Bereits am Donnerstagnachmittag reiste das Ehepaar
mit großem Wohnmobil und angehängtem Küchenwagen an.
In kurzer Zeit wurde die Aula der neuen Schule zum afrikanischen Dorfplatz umfunktioniert.

Kobna Anan lud am Abend fast 60 afrikainteressierte Menschen aus der Gesamtgemeinde Bad Überkingen,
aber auch aus Geislingen und  Deggingen ein, ihn auf eine faszinierende Reise in ein afrikanisches Dorf
zu begleiten. Mit leuchtenden Augen berichtete er von der bewegten Geschichte Afrikas,
von den dortigen Hochkulturen, aber auch von der vierhundertjährigen Sklaverei, durch die in Westafrika
ganze Völker zerstört wurden. Dennoch blieb die afrikanische Kultur vor allem in den Dörfern zumindest
in Facetten erhalten. Die Menschen dort  brauchen keine Elektrizität und keinen Fernseher.
Bei Mondenschein kommen sie zusammen, um zu tanzen, zu singen und dem Dorfältesten zuzuhören.
Er erzählt vor allem den Kindern Märchen und Geschichten, aus denen sie etwas lernen sollen.

eine afrikanische Hütte in unserer Aula gekreuzte Schwerter im Eingangsbereich der Hütte

Wie auf ein Stichwort kommt an dieser Stelle auch in Unterböhringen Bewegung in den Saal.
Die Zuschauer werden selbst zu Akteuren, studieren einfache Tanzschritte zu afrikanischen Rhythmen ein,
spielen lustige Klatschspiele. Plötzlich tritt ein alter Mann aus seiner Hütte.
Gleich einem Dorfältesten beginnt Kobna Anan, über der Schulter das Festgewand, ein Kente-Tuch,
Geschichten zu erzählen. Und schnell wird allen Gästen klar: Fabeln und Märchen dienen dazu,
die Lebenserfahrungen vieler Generationen weiterzugeben. Sie machen nachdenklich,
aber sie vereinen die Menschen, schaffen Brücken, die Unterschiede nicht einebnen,
sondern Trennendes anerkennen und Begegnung schaffen.
Die Zuschauer erkannten, dass Afrika eine Menge zu bieten hat.

Kobna Anan im Festgewand Zuhörer werden zum Mitmachen animiert

Nicht nur Augen und Ohren waren an diesem Abend angesprochen, auch Nase und Gaumen sollten
von der afrikanischen Welt fasziniert werden. Der Abend endete gesellig mit dem Festmahl „Joloff“,
einem Gericht aus Reis mit Gemüsesoße, schwarzäugigen Bohnen
und zart angebratenem Hähnchenfilet, garniert mit Ananas.

gedeckte Tische in der Aula Beim Festmahl am Abend

Am folgenden Tag begeisterte Kobna Anan in gleicher Weise die 69 Schülerinnen und Schüler
der Grundschule Unterböhringen. Gespannt hatten sie bereits die ganze Woche diesem Besuch
entgegengefiebert. Fasziniert nahmen sie jedes Wort, jede Bewegung des Mannes aus Ghana auf
und bestaunten seine mitgebrachten Gegenstände. Mit ihm erlebten sie tanzend, spielend, singend
und essend, wie ihre Altersgenossen in Afrika leben. Mit ihm studierten sie ein kleines Singspiel
„Das Lied der bunten Vögel“ ein. Kindgerecht hatte er sein Programm vom Vorabend umgestellt
und auf die kleinen Zuhörer abgestimmt.

Kobna Anan erzählt von Afrika Die Kinder erlernen einen Tanz
Das wunderschöne Kente-Tuch Klatschspiel vor dem Essen

Nach dem köstlichen Festmahl „Joloff“ („des schmeckt eigentlich gar et so schlecht“) verabschiedete sich
jedes Kind per Handschlag und mit einem Lächeln von den beiden Gastgebern. Denn ohne ein Lächeln
eines jeden Kindes wäre Kobna Anan sicherlich nicht bereit gewesen, so viele Autogramme zu geben.

Aus großen Töpfen wird das Essen geschöpft

Die Kinder holen sich ihr Essen ab

Kinder beim Festmahl "Joloff"

Ein großes Dankeschön ergeht hiermit an den Bauhof der Gemeinde Bad Überkingen,
der Tische, Stühle und Bühne aus der Autalhalle herbeigeschafft hat. Ebenfalls danken möchten wir
dem Hausmeister, Herrn Gert Müller, Frau und Herrn Wagner und allen Elternvertreterinnen und Eltern,
die mit viel Engagement zum Gelingen dieser Projektwoche beigetragen haben. 

Klasse 1 malt und erzählt zum "Lied der bunten Vögel"

 

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Letzte Aktualisierung: 06. März 2005