Porträt

 

Aus der Geislinger Zeitung vom 22.11.2003:


PORTRäT / Isolde Pesavento ist neue Schulleiterin in Unterböhringen


Vor dem Lernen kommt das Wohlfühlen


Die Mutter von zwei Kindern liebt Musik und arbeitet gerne im Team


Sie unterrichtet zehn Jahre Grundschüler in Bad Überkingen, organisierte und inszenierte ihrem Mann viel besuchte Musicalaufführungen mit ihren Schülern, sie spielt Klavier und Orgel und singt im Weiler "s Chörle": Isolde Pesavento leitet seit diesem Schuljahr auch die Grundschule Unterböhringen.

EVA BECK

Isolde Pesavento inmitten ihrer Schüler

Mittendrin statt nur dabei: Isolde Pesavento, Schulleiterin in Unterböhringen, inmitten ihrer Schüler.
FOTO: PETER SCHIELE

 

UNTERBöHRINGEN   "Der Erfolg lässt alle Mühen vergessen", sagt Isolde Pesavento und lächelt. Sie spricht gerne über die Musicalprojekte, die sie - gemeinsam mit ihrem Mann und in Kooperation mit der Degginger Realschule, an der Christiano Pesavento unterrichtet - in den vergangenen Jahren realisiert hat: 
Das Peter-Maffay-Kinder-Musical "Tabaluga und Lilly", "Balu und Co.", eine Mixtur aus Disney-Musicals, heuer "Der kleine Tag". Ein hartes Stück Arbeit sei das jedes Mal, erzählt die 43-Jährige, zwei Jahre intensive Vorbereitung, ein Projekt, in das ihre gesamte Familie einbezogen wird.

Wenn sie über die jüngste Aufführung, "Der kleine Tag", spricht, werden ihre Bewegungen intensiver und ihre Augen leuchten: "Da waren so viele Emotionen", schwärmt sie, "das war auf jeden Fall noch eine Steigerung gegenüber den früheren Aufführungen". Sie hat dabei die Erlebenswelt der Kinder im Sinn, die sich auf wunderbare Weise mit den Projekten identifizieren. Die Erfahrung, vor Publikum aufzutreten, stärke ihr Selbstbewusstsein, sagt sie. Eine Erfahrung, die das ganze Leben prägen kann.

Isolde Pesavento hat diese Erfahrung gemacht. Nach ihrer Schulzeit in Geislingen wechselte sie in der elften Klasse auf ein Internat mit Schwerpunkt Musik in Sachsenheim. Auch dort gab es Aufführungen vor Publikum. "Hier hatte ich zum ersten Mal in einer Schule das Gefühl, ich werde ernst genommen und bin keine Nummer", erzählt sie. Und noch etwas hat sie dort gespürt, das sie heute an ihre eigenen Schüler weitergeben möchte: "Die Vorraussetzung dafür, dass der Kopf aufgeht, ist, dass man sich wohl fühlt". Ihr ist wichtig, dass Schüler Anerkennung erfahren. "Hänseleien dulde ich nicht".

Mit vier Jahren begann die gebürtige Geislingerin, Klavier zu spielen. "Ich hatte musikalisch sehr interessierte Eltern", erzählt sie. Die gaben ihre Begeisterung an die Tochter weiter. Als sie 13 war, fragte der Pfarrer beim Vater an, ob das musikalische Kind nicht die Kirchenorgel spielen wollte. 
Es wollte und empfand es als sehr befriedigend, dass diese Art des Musizierens im sonntäglichen Spiel "einen Sinn" hatte.

Nach dem Abitur studierte Isolde Pesavento an der Pädagogischen Hochschule in Gmünd Musik, Englisch und Geographie mit Schwerpunkt Hauptschule. Dort lernte sie auch ihren Mann kennen. Nach ihrem Vorbereitungsdienst wartete sie auf eine Stelle, machte Krankheitsvertretungen, zum Beispiel an der Förderschule Süßen und der Messelberg-Werkrealschule Donzdorf. Besonders schöne Erinnerungen hat Isolde Pesavento an eine Aussiedler-Förderklasse, die sie an der Grund- und Hauptschule Deggingen unterrichtete: "Wir konnten uns nur mit Zeichensprache oder Bildern verständigen". Umso mehr freute sie sich, wenn ein Schüler in die Regelklasse eingegliedert werden konnte. "Ich konnte diese Erfolge unmittelbar sehen", erzählt sie. Zu vielen dieser ehemaligen Schüler hält sie heute noch Kontakt.

Zwischen diesen Vertretungsstellen bekam sie die beiden Kinder, der Sohn ist heute 16, die Tochter zwölf Jahre alt. 1993 wurde sie in den regulären Schuldienst in die Grundschule Bad Überkingen übernommen. Jetzt, nach zehn Jahren, bewarb sie sich auf die frei werdende Stelle als Schulleiterin in Unterböhringen. Dass sie die Stelle bekommen würde, entschied sich in den Sommerferien, kurz vor Schulbeginn. Sie macht eine wegwischende Handbewegung: 
"Ach, das war keine große Umstellung". Die Kolleginnen habe sie schon gekannt, und mit 68 Kindern sei die Schule ja übersichtlich. "Klar, der Organisationsaufwand ist größer und ich habe gewisse Repräsentationspflichten. Aber durch die Projekte bin ich daran gewöhnt". Sie unterrichtet weiterhin 20 Stunden und hat eine eigene Klasse. "Das ist, was mir Spaß macht", sagt sie.

Genauso wie ihre Schüler sollen sich Eltern und Kolleginnen wohl fühlen. Sie möchte im Team arbeiten und sich "nicht als Chef fühlen". Das funktioniere sehr gut, versichert sie bestimmt.

Musik ist nach wie vor in Isolde Pesaventos Leben. Sie singt im "s Chörle" des Liederkranzes Weiler. Dort reicht das Repertoire von Pop-Songs bis zur Volksmusik. Und irgendwann wird es wieder ein Musical-Projekt geben, vielleicht sogar ein selbst geschriebenes. Auch wenn es viel Arbeit ist - was Kinder und Erwachsene aus den Aufführungen mitnehmen, sei etwas ganz Besonderes: "Eine bleibende Erinnerung an ein wunderbares Erlebnis."

Ganz persönlich

  • Mein Lieblingsbuch ist "Momo" von Michael Ende.

  • Mein Traum-Urlaubsziel ist Neuseeland.

  • Meine Lieblingsbeschäftigung ist Arbeit mit Kindern.

  • Meine größte Schwäche ist, dass ich nichts abschlagen kann.

  • Meine Stärke ist Spontanität.

  • Wenn ich Millionär wäre, würde ich bedürftigen Kindern helfen.

  • Wenn ich nochmal zur Welt käme, würde ich alles wieder so machen.

Artikel und Foto aus der GZ vom 22.11.2003


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Letzte Aktualisierung: 27. März 2004