Osterbrunnen wird zum Fernsehstar

 

Geislinger Zeitung vom 11.04.2003


ZWISCHEN ALB UND FILS


Brauchtum / Südwest 3-Team filmt in Bad Überkingen


Osterbrunnen wird zum Fernsehstar


Sendung wird am Ostersonntag ausgestrahlt - Hunderte Meter Film für vier Minuten


Nach der Sendung „Drei in einem Boot“ vom letzten Sommer und einem Bericht über die Märzenbecherblüte im Autal war Bad Überkingen erneut Ziel eines Fernsehteams von Südwest 3. Im Mittelpunkt stand diesmal der Osterbrunnen.

SIGRID BALKE

BAD ÜBERKINGEN   Gerade einmal sechs Jahre alt und schon Fernsehstar. Ein riesiger Scheinwerfer setzt den Mittelpunkt der Fernsehsendung in gleißendes Licht. Drumherum eifrige Helfer, die letzte Hand anlegen, bevor der Star die Scheune verlässt, um bis zum 4.Mai in der Überkinger Ortsmitte zum Anziehungspunkt für unzählige Neugierige zu werden.

Schritt für Schritt verfolgt das Team von Südwest 3 den Weg des Osterbrunnens ans Licht der Öffentlichkeit. Schon seit Wochen werkeln Helga Übele und ihre Helfer, um den Auftritt ihres Stars wieder einmal zu einem überregionalen Ereignis werden zu lassen. In der Sendung „Treffpunkt: Feste und Bräuche“ am Ostersonntag ab 18.45 Uhr wird der Überkinger Osterbrunnen zusammen mit anderen Ostertraditionen vorgestellt, die Internetseite ,,Marktplatz Göppingen“ schmückt ihre Homepage mit seinem Bild.

Seit Donnerstagvormittag verfolgten Kameramann Peter Dix und Redakteur Wolfgang Lickert die Aufbau-Vorbereitungen. Mit dabei noch Andreas Bosch, der für den richtigen Ton, und Andreas Kilb, der für die notwendige Beleuchtung sorgte. Die alte Scheune beim Brunnen ist nicht nur praktisch, sondern auch ein idyllisches „Aufnahmestudio“. Durch die Kamera lässt der Fachmann seine Blicke schweifen, nimmt sich die aufwendig bemalten Eier und die Technik des Bindens und Steckens ganz genau vor.

Der Überkinger Osterbrunnen wird aufgestellt


Der Überkinger Osterbrunnen wird aufgestellt:
Diesmal war ein Fernsehteam von Südwest 3 hautnah dabei
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FOTO: SIGRID BALKE

Derweil plaudert Wolfgang Lickert mit den „Schaffern“, stellt Fragen, die Helga Übele schon unzählige Male beantwortet hat. Allerdings noch nie vor laufender Kamera. „Die zwei bis drei Unimog voll Tannengrün stellen Einwohner zur Verfügung, mit den zahllosen Eiern ist es ähnlich. 4500 Stück sind es in diesem Jahr, in unterschiedlichen Farben kunstvoll bemalt" erklärt sie geduldig, und das nicht nur einmal. „Schnitt! Das ganze noch mal, da müssen noch ein paar Eier mehr ins Bild. Die Perspektive stimmt nicht, Licht mehr von links!“ Routinierte Anweisungen von fachmännischer Seite, schließlich soll sich der Star von seiner besten Seite zeigen.

Vor zwei Jahren hatte Thomas Straub, Leiter der Überkinger Kurverwaltung, das Fernsehen auf die österliche Attraktion aufmerksam gemacht. In diesem Jahr passt es ins Programm. Um zehn Uhr naht der spannende Moment in Gestalt eines Kranwagens. „ Ich geh dann auf die Totale, zieh den Kran ran und schwenke danach aufs Detail,“ instruiert der Kameramann, Toningenieur und Redakteur. In den engen Gassen wird das Wenden und Rückwärtssetzen zu einem aufsehenerregenden Manöver.

Mittlerweile hat sich auch eine Gruppe aus Waldstetten eingefunden. Sie informierten sich vor Ort bei den „erfahrenen Überkingern“, sie selbst sind erst in der Planungsphase ihres Osterbrunnens. Zusammen mit den anderen „Zufallszuschauern“ hat der Star nun schon ein ansehnliches Publikum um sich versammelt. Der Kranwagen fährt seine Stützen aus, schwenkt vor die Scheune und nimmt die ausladende Krone an den Haken. Mit den Helfern, die dem zerbrechlichen Gebilde sozusagen unter die Arme greifen, setzt sich der Zug in Richtung Brunnen in Bewegung. Einige Eierbleiben dabei auf der Strecke und ihre zerbrochenen, bunten Schalen beweisen: hier ist alles echt. 

Bis die Krone richtig auf dem Brunnen sitzt, braucht es das perfekte Zusammenspiel von Kranführer, Helfern, und natürlich denen, die entsprechende Anweisungen erteilen.  „Etwas weiter zu mir rüber! Vorsicht, die Eier! Jetzt noch ein klein wenig nach unten!“ Anschließend ist es dann höchste Zeit für die „Statisten“, sich um die Feinarbeit und die Gestaltung der Beete rund um den Osterbrunnen mit eierbesteckten Säulen und Bögen zu kümmern. 

Für das Kamerateam eine Gelegenheit, die Zelt zurückzudrehen. Mit ein paar Malerinnen vom Osterbrunnen-Team dreht das Fernsehteam eine gestellte Szene nach. Mit dem kunstvollen Bemalen der Eier beginnt später der vierminütige Beitrag. In Wirklichkeit beginnt damit auch jedes Jahr der Werdegang des Osterbrunnens, nur dass sich die Künstlerinnen bereits ab Oktober zum Malen zusammensetzen. Im Schneideraum von Südwest 3 wird nach den Dreharbeiten alles wieder in die richtige Reihenfolge geschnitten. Und nicht nur das: Aus den hunderten Filmmetern, die in mehreren Stunden abgedreht wurden, bleiben am Ende vier Minuten.

Artikel und Foto aus der GZ vom 11.04.2003

Erstellt: 08.04.2004 U. Härdtle


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Letzte Aktualisierung: 18. April 2006